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Wachtberg hat einen Drachen

Drache am EKZ-Kreisel: Bürgermeisterin Renate Offergeld dankt Willi Reiche. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm) Wachtberg-Berkum (mm) – Ein bisschen Rauch hat er ausgestoßen. Ein Seufzer? Ob mit Blick auf den Drachenfels vor Trauer oder vor Freude darüber, nicht drüben, sondern nun hier im schönen Drachenfelser Ländchen stehen zu können, gab er nicht preis. Die Wachtberger*innen sind sich aber sicher, dass es Letzteres ist und freuen sich über „ihren Drachen“, der jetzt die Mittelinsel des Kreisels am Einkaufszentrum (EKZ) Berkum ziert.

 

Kunstobjekt am EKZ-Kreisel feierlich enthüllt

In einem feierlichen Akt mit musikalischer Begleitung der Berkumer Dorfmusikanten, zu dem sich einem Volksfest gleich viele Wachtberger Bürger*innen, Jung und Alt, am EKZ eingefunden hatten, wurde die fünfeinhalb Meter hohe Drachen-Skulptur am vorigen Donnerstagabend enthüllt.

Der eine oder andere Passant wird sich in den vergangenen Tagen gefragt haben, was sich wohl unter der großen Hülle verstecken mag, die die Kreiselmitte zuletzt verdeckte.

Nun ist das Geheimnis gelüftet: Wachtberg hat einen Drachen!

Drache am EKZ-Kreisel: Spannend… gleich wird der Drache enthüllt. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm)Drache am EKZ-Kreisel: Die Spannung steigt… schon halb enthüllt. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm)

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Netzwerk tatkräftiger Personen

Drache am EKZ-Kreisel: Prächtig… Wachtbergs Drache. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm)

 

Das Wappentier der Gemeinde als großräumige Figur zu gestalten und an exponierter Stelle aufzustellen geht auf eine bereits in 2018 geborene Initiative des Fördervereins „Kunst und Kultur in Wachtberg e.V.“ (KuKiWa) in Kooperation mit der Hans-Dietrich-Genscher (HDG)-Schule Berkum zurück.

Bürgermeisterin Renate Offergeld erinnerte sich noch gut daran, wie KuKiWa-Vorsitzender Alfred Schneider damals zu ihr kam und meinte: „Ich habe da eine Idee!“ Die Unterstützung der Gemeinde war ihm schnell sicher.

Es sollte ein ganz besonderes Projekt zum 50-jährigen Gemeindejubiläum in 2019 werden. Zahlreiche Sponsoren, denen Schneider hierfür nochmals herzlich dankte, unterstützten das Vorhaben und machten so die Umsetzung erst möglich.
 

 

Sieben Schüler der HDG-Schule gingen schließlich ans Werk. In einer mehrmonatigen Aktion, betreut von ihrer Kunstlehrerin  Monika Düren und unter fachmännischer Anleitung des Pecher Kinetikkünstlers Willi Reiche sowie Tania Beilfuß, haben  sie gesägt, geschweißt und geflext: Ahmed Alali, Jelle Bollebacker, Daniel Drach, René Gottschling, Julia Kaspers, Kai Flemmer und Dominik Ziebach. Ebenfalls mit angepackt haben auch Schneiders Söhne, Max und Paul Schneider.

Drache am EKZ-Kreisel… von (v.l.n.r.) Ahmed Alali, Daniel Drach, Jelle Bollebacker, Julian Kaspers, Dominik Ziebach, René Gottschling und Kai Flemmer. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm)


Hervorragendes Material lieferten zwei Gesenkschmieden in Solingen und Hagen, sie spendeten großzügig Gratschrott für die bizarren Formen der Drachenskulptur. Für die Unterkonstruktion stand gesponserter Bandstahl einer Bonner Firma zur Verfügung. Ein tragfähiges Fundament für die schwere Drachen-Skulptur hatte die Gemeinde Wachtberg angelegt, kürzlich erfolgte dann nachts mittels Spezialkran und Schwerlasttransporter die Reise des Drachens aus der Pecher Werkstätte nach Berkum. Besonderen Dank richtete Schneider hier ans das Transportteam um Edgar Fischer und Wilbert Goertz, die diese Herausforderung problemlos gemeistert hätten.   

Eine tolle Erfahrung
Unisono äußerten sich die jugendlichen Drachenbauer begeistert. „Wir haben das als Team geschafft und es hat sehr viel Spaß gemacht!“ sagte Ahmed. Es sei eine Ehre gewesen, an so einem Projekt mitzuwirken, meinte Dominik und ergänzte: „Es ist überwältigend zu sehen, wie es jetzt aussieht!“ Ob sie die Stunden gezählt hätten, die sie daran gearbeitet hätten, wollte KuKiWa-Vizevorsitzender Robert Hein, der gemeinsam mit Schneider die Moderation der Einweihungsfeier innehatte, wissen. Nein, so die Nachwuchskreativen einstimmig, das sei nicht wichtig gewesen, der Spaß habe überwogen.

Drache am EKZ-Kreisel: Alfred Schneider dankt Kunstlehrerin Monika Düren. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm)
Voller Stolz zeigte sich auch HDG-Schulleiter Hendrik Heimbach: „Toll, was für eine riesige Veranstaltung das geworden ist!“ Wachtberg sei schon eine ganz besondere Gemeinde, in der Kunst und Kultur einen großen Stellenwert hätten, führte er weiter aus und dankte KuKiWa für das große Engagement und dafür, den Jugendlichen mit diesem Projekt etwas Wichtiges für deren weiteres Leben nähergebracht zu haben – die Fähigkeit zur Teambildung und die Bedeutung von Zielstrebigkeit.


 

Drache am EKZ-Kreisel: Bürgermeisterin Renate Offergeld dankt Willi Reiche. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm)Drache am EKZ-Kreisel: Alfred Schneider dankt Künstler Willi Reiche und Tania Beilfuss. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm)

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Ein Geschenk für die Zukunft
Bürgermeisterin Offergeld: „Ein tolles Kunstwerk! Ich bin stolz auf Euch, auf diese Schüler, auf Kunst und Kultur in Wachtberg!“ Als ein Geschenk der Jugendlichen an die Zukunft bezeichnete Schneider den Drachen, den er anschließend formell der Bürgermeisterin für die Gemeinde Wachtberg „überreichte“. „Das, was hier entstanden ist, ist das, was uns auszeichnet – das Miteinander“, resümierte Offergeld abschließend voller Freude. Und da sah es für einen kurzen Moment doch so aus, als kämen aus den Nüstern des Wachtberg-Drachen noch einmal kleine Rauchschwaden.

 

Infos: www.wachtberger-drache.de , www.KuKiWa.de , www.kunstmaschinenhalle.de