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Elisabeth Kuhs und Martin Möllerkies gewinnen die »Wachtberger Kugel 2018«

Wachtberger Kugel 2018: Die Gewinner - Elisabeth Kuhs und Martin Möllerkies. (Foto: diwa) Wachtberg (diwa) - »Wachtberger Kugel 2018« – welch ein herrliches Spektakel der komischen Lyrik! Die zweite Runde des Wettbewerbs »Wachtberger Kugel - Preis für komische Lyrik« ist am 13. Januar 2018 mit der Preisverleihung im Adendorfer »Drehwerk« zu Ende gegangen.

Über 400 Autorinnen und Autoren hatten sich dieses Mal um die sechs »Wachtberger Kugeln«, die Trophäen des Lyrikwettbewerbs, beworben und insgesamt rund 2000 Gedichte eingesandt. Die Wettbewerbsbeiträge kamen aus ganz Deutschland, aber sie kamen zahlreich auch aus der Schweiz und aus Österreich. Und auch aus Frankreich, Portugal, den Niederlanden, Dänemark und Russland, ja, selbst aus Neuseeland hatten sich Dichter um die »Wachtberger Kugel 2018« beworben. 81 dieser Autoren und Autorinnen sind mit Beiträgen in der Anthologie des Wettbewerbs »Die besten Kugel-Schreiber 2018« vertreten.

Und sechs von ihnen – die »Glorreichen Sechs« – hatte die Jury eingeladen, ihre Gedichte bei der Abschlussveranstaltung und Preisverleihung am 13. Januar 2018 auf der Kleinkunstbühne des »Drehwerks 17/19« in Wachtberg-Adendorf vorzutragen, um dort einen der ausgelobten Publikumspreise zu gewinnen: Andreas Graf, Andreas Kley, Elisabeth Kuhs, Martin Möllerkies, Stefan Pölt und Horst Reindl. Aber nicht nur die drei Publikumspreise wurden an diesem Abend vergeben, sondern auch drei Jury-Preise.

In ihrer Einführung bedankten sich die Initiatoren des Wettbewerbs, Dieter Dresen und Herbert Reichelt, für die große Unterstützung, die sie in Wachtberg von Beginn an bei der Umsetzung des Projekts erfahren haben. Das gelte ganz besonders für die unermüdliche Jury des Wettbewerbs, die Ließemer Lektorin Anja Rüdiger, den ehemaligen Bürgermeister Hans-Jürgen Döring, die Kultur-Journalisten Erwin Ruckes und Michael Schmid-Ospach und den Bonner Verleger Hans Weingartz. Der Dank gelte aber ebenso Frau Bürgermeisterin Renate Offergeld und der Gemeindeverwaltung, und er gelte in gleicher Weise den Sponsoren des Wettbewerbs (»Kulturförderverein Kunst und Kultur in Wachtberg – KuKiWa«, Städte- und Gemeinden-Stiftung der Kreissparkasse Köln, Raiffeisenbank Voreifel, enewa), ohne deren finanzielle Hilfe die Umsetzung in dieser Form wohl nicht möglich gewesen wäre.

Einen besonderen Dank richteten Dresen und Reichelt an den Adendorfer Töpfer Peter Hansen und den Villiper Holzkünstler Josef Kemp, die die Trophäen des Wettbewerbs als Unikate gefertigt haben, an die Wachtberger Künstlerin Maria Kontz, die das schöne Bild für den Buchumschlag geschaffen hat, und an die Familie Knorr, die ihre Kleinkunstbühne für diese Veranstaltung völlig kostenfrei zur Verfügung gestellt hat. Und ganz besonders dankten die Veranstalter dem Kid Verlag, namentlich Hans Weingartz, für das Verlegen der Anthologie »Die besten Kugel-Schreiber 2018« und die damit verbundene Förderung des Wettbewerbs.

Einen besonderen neuen »Leckerbissen« präsentierten Dresen und Reichelt schließlich mit den »Wachtberger Kugeln zum Naschen«. Karl Sonntag, der in Wachtberg-Pech »Charly's Backstube« betreibt, stellt bereits seit vielen Jahren leckere Trüffelpralinen her. »Ab sofort«, so Herbert Reichelt, »kann man die jetzt auch als ›Wachtberger Kugeln‹ bekommen. Und ein Euro von jeder verkauften Packung ›Wachtberger Kugeln‹ fließt in den Lyrikwettbewerb.« Reichelt forderte die Zuhörer deshalb auf: »Schlemmen für die Lyrik!«

Zum weiteren Verlauf der Veranstaltung darf auch dieses Mal ohne jede Übertreibung gesagt werden: Der Abend wurde zu einem wunderbaren Festival der komischen Lyrik. Alle sechs Autorinnen und Autoren hatten nicht nur geistreiche und mit Wortwitz gespickte Gedichte mitgebracht, sondern haben sie auch äußerst unterhaltsam vorgetragen. Alle sechs hätten für Ihre Darbietungen Preise verdient gehabt. Und so konnte Herbert Reichelt vor Bekanntgabe der Preisträger/in auch zu Recht konstatieren, dass sich alle sechs als Sieger fühlen durften – unabhängig davon, ob sie in die Preisränge gewählt worden waren oder nicht.

Wachtberger Kugel 2018: Die Gewinner - Elisabeth Kuhs und Martin Möllerkies. (Foto: diwa)Zwischen den 10-Minuten-Vorträgen der einzelnen Autorinnen und Autoren begeisterte der Jazzpianist Erwin Ruckes das Publikum mit gekonnten Improvisationen am Klavier.

In der Pause schritt das Publikum dann zur Wahl. Mit ihren »Wachtberger Kügelchen«, die ihnen beim Eintritt überreicht worden waren, konnten die Zuhörer/innen ihren Favoriten wählen. Und dann ging es zur Preisverleihung. Der erste Preis der Jury wurde - wie schon im Vorjahr - Martin Möllerkies zugesprochen. Herbert Reichelt hob bei der Übergabe des Preises die Gründe hervor, die für die Jury ausschlaggebend waren: Martin Möllerkies habe die Jury mit seiner fein- und vor allem auch tiefsinnigen Reim- und Wortspielerei überzeugt.

Den zweiten Preis vergab die Jury an Elisabeth Kuhs, die als einzige Frau in den Kreis der »Glorreichen Sechs« eingezogen war. Jury und Veranstalter betonten angesichts des unterproportionalen Frauenanteils, dass alle Entscheidungen über Einladungen und Preise ohne Kenntnis der jeweiligen Personen, ihres Geschlechts und ihrer Herkunft getroffen worden waren. Dieter Dresen erläuterte die Entscheidungsgründe der Jury bei der Vergabe des zweiten Preises: Elisabeth Kuhs verfremde humorvoll, aber zugleich mit viel Respekt große literarische Vorbilder.

Den dritten Preis der Jury erhielt Horst Reindl. Herbert Reichelt führte aus, dass die Jury insbesondere von Reindls überraschenden Pointen und den irrwitzigen Verdrehungen beeindruckt war, die seine Dichtung auszeichnen.

Das Publikum entschied in diesem Jahr bei den ersten beiden Plätzen genau anders herum: Elisabeth Kuhs gewann den ersten, Martin Möllerkies den zweiten Preis des Publikums. Den dritten Preis schließlich konnte sich - wie bereits im Vorjahr - Stefan Pölt sichern.

Den wunderbaren Abend der komischen Lyrik werden die Zuhörerinnen und Zuhörer gewiss noch lang und gern in Erinnerung behalten. Herbert Reichelt gab zum Schluss noch bekannt, dass im Rahmen der Wachtberger Kulturwochen – wie schon 2017 – wieder eine Präsentation der schönsten Gedichte aus der Anthologie »Die besten Kugel-Schreiber« geplant sei. Insbesondere wer keine Eintrittskarte für die Preisverleihung im Drehwerk mehr ergattern konnte, darf sich also auf diese Veranstaltung im Sommer freuen.